umschattet

umschattet – Bremen-Krimi nach wahren Kriminalfällen

umschattet

Eine Frau stirbt im Krankenhaus. Die hübsche, ominöse Tote bekommt die Rechtsmedizin auf den Seziertisch. Sie nennen sie zärtlich „Elvira“. Den mysteriösen und brisanten Fall bearbeiten Kommissar Ferdinand Düwelhenke und sein Team. Der Ehemann gerät rasch in Verdacht und verschwindet spurlos. Vergiftete er ohne Skrupel seine Ehefrau? Während der Ermittlungen erfährt Düwelhenke ein düsteres Geheimnis über den Fall einer Psychopathin, die vor 180 Jahren lebte und durch Hinrichtung zu Tode kam. Ihre Taten erschütterten damals die Stadt und Europa. Fesselnde, finstere Spannung, die in seelische Abgründe zu einem
überraschend-schrecklichen Schluss führt.

E-Book, Kindle-Preis 3,99 Euro
Taschenbuch, 199 Seiten, 9,05 Euro, Createspace Amazon

Leseprobe:

Die blasse Tote lag im kargen Sterbezimmer des modernen Krankenhauses. Der Ehemann und die bitterlich weinende Mutter hatten bis zum letzten Atemzug Wache gehalten. Die fahlen Gesichtszüge des Ehemannes wirkten versteinert, eher abwesend. Mehr konnten sie für die soeben verstorbene Elvira Langelott nicht tun. Sie stellten die bereitgelegten, weißen, dicken Kerzen auf und die Mutter, Aloisia Märis, exzessive Raucherin, zündete sie mit ihrem Feuerzeug an, dass sie immer parat hatte. Mutter und Schwiegersohn falteten still die Hände und und sprachen ein kurzes, notdürftiges Gebet. Nein, gläubig waren beide nicht. Aber beide wussten kaum, wo sie ihre plötzlich überflüssigen Hände lassen sollten.

Sie saßen auf den harten, hölzernen Stühlen am Sterbebett, dass mit weißen Laken steril und sauber wirkte, vor Tochter und Ehefrau. Beide fühlten intensiv das definitive Ende, den Friedhof, das Grab, den Abschluss eines fünfunddreißig Jahre dauernden, irdischen Lebens. Die Luft roch alt, verbraucht und zitronig nach Reiniger. Davon bemerkten Mutter und Ehemann jedoch nichts. Sie spürten eine gewisse Erleichterung, obwohl keiner von beiden es freiwillig …

… Düwelhenke kam am nächsten Morgen in sein weiß gestrichenes Büro. Ubbo wartete voller Spannung schon auf ihn.

„Was gibt es Dringendes?“, fragte Düwelhenke.

„Du, ich hatte eben einen seltsamen Anruf von einem Hobby-Ahnenforscher, wie er sich nannte“, begann Ubbo stockend zu berichten.

„Was will ein Ahnenforscher von uns?“, wunderte sich Düwelhenke.

„Das wollte er nicht sagen. Aber es wäre wichtig, sagte er.“

„Wollte er wenigstens seinen Namen nennen?“, fragte Düwelhenke etwas genervt von diesem umständlichen Mann, der soviel Aufhebens um sein Anliegen machte.

„Ja, den sagte er mir. Theodor Dühnbier, Ahnenforscher. Er ruft in einer Stunde wieder an. Er will nur mit dir sprechen“, erläuterte Ubbo Buhlrich seinem Chef von den seltsamen und geheimnisvollen Anruf.

„Was will ein Ahnenforscher von der Polizei?“, rätselte Düwelhenke. „Er wird wieder anrufen, wenn er das gesagt hat.“

„Denke ich auch. Es schien ihm wichtig zu sein.“

Ubbo nahm seine Unterlagen auf den Arm und ging zurück ins Gemeinschaftsbüro. …